Broschüre: Angst vor dem Konflikt (Wolfi Landstreicher)

Immer wenn mehr als ein paar Anarchisten zusammen kommen, gibt es Streitereien. Die Streitereien stören mich nicht. Was mich stört, ist der Fokus, der darauf gelegt wird, zu einer Einigung zu kommen. Dieses
Bestreben, einen gemeinsamen Nenner zu finden, schließt ein Leugnen von wirklich realen Konflikten ein.

Entnommen aus “Erstürmung des Horizonts”, Nr. 1, ohne Ort, November 2014.

Originaltitel: “Fear of Conflict”, in: Willful Disobedience, Volume 1, Ende der 1990er.

Broschüre: Destruktive Produktion (Infidel Castrato)

Können wir wirklich erwarten in der anarchistischen Gesellschaft komplexe Technologien herzustellen?

Die moderne Herstellung von Computern, Autos und anderen komplexen technologischen Produkten erfordert eine exorbitante Menge von Abfall und Verschmutzung, dramatische Arbeitsteilung, und eine internationale Hierarchie. Als Anarchisten, egal ob wir den Standpunkt von Primitivisten übernehmen oder nicht, müssen wir entweder gänzlich neue Wege der Herstellung von komplexen Technologien entwickeln, die diese Probleme umgehen, oder wir müssen verstehen, dass eine anarchistische Gesellschaft keine komplexen Technologien produzieren kann, ohne unsere Prinzipien zu kompromittieren.

 

Entnommen: Die Erstürmung des Horizonts, Nr. 2, ohne Ort, Mai 2016

Englisches Original: “DESTRUCTIVE PRODUCTION. Can we really expect to manufacture complex technologies in an anarchist society?”, Veröffentlichungsdatum unklar (Ende 90er oder Anfang 00er Jahre).

Broschüre: Ist da jemand? (Autonomie Magazin)

Linke haben keinen Mangel an Sendungsbewußtsein. Schließlich sind sie im Besitz wertvollen Wissens, mit dem sie andere beglücken wollen. Sie haben ihre Programme, vielleicht einen Kanon heiliger Schri en oder wenigstens ein Gruppennarrativ. Linke müssen nur Aufmerksamkeit für ihre Inhalte generieren – durch auflagenstarke Flugblätter, Aufleber, Reden auf Kundgebungen oder durch Veranstaltungen. Jemandem wirklich zuhören müssen sie eigentlich nie. Wozu auch?

Übernommen vom Autonomie Magazin

Broschüre: Alles fällt vom Himmel (Autonomie Magazin)

Eine Linke, die nur noch Verteilungsfragen kennt und den Bezug zur Produktionssphäre verloren hat, hat den Bezug zur ArbeiterInnenklasse und zur Realität verloren.

Übernommen vom Autonomie Magazin

 

Textsammlung: Routine und Langeweile

Ist der Aktivismus die vollendete Entfremdung der politsch “Aktiven” oder ist er eine notwendige, durch die uns umgebenden Bedingungen aufgezwungene, Rolle? In Zeiten reflexhaften Aktionismus und stoischem Festhaltens an den andauernd gleichen Gesten nach dem Motto “hauptsache was machen”, ist die Reflexion der eigenen Rolle und des eigenen Habitus drängender den je. Das diese Debatte nicht neu ist zeigen die hier versammelten Texte aus der Zeit des Aufommens einer aktivistischen Mentalität während der großen Anti-Globalisierungsproteste. Auch wenn nicht alle Aspekte der Diskussion frei übertragbar auf heute sind, zeigt diese Sammlung, dass wir das Rad nicht neu erfinden brauchen, sonder auch aus der Vergangenheit lernen können und müssen.

Texte in dieser Sammlung:
– Andrew X: Gebt den Aktivismus auf!
– J. Kellstadt: Die Notwendigkeit und Unmöglichkeit von Anti-Aktivismus
– Andrew X: Gebt den Aktivismus auf! – Post Script
– sasha k.: “Aktivismus” und “Anarcho-Purismus”

 

Cover

Inhalt

Broschüre: Observationen und andere Ärgernisse

Im Juli 2019 wurden drei Gefährt_innen aus Hamburg auf einer Parkbank verhaftet. Zwei von ihnen verbrachten daraufhin lange Zeit in Untersuchungshaft . Im Herbst 2020 ging der Prozess vorerst zu Ende. Ein Jahr später wurde eine Analyse der verschiedenen Überwachungsmethoden, die in Vorbereitung der Verhaftung angewendet wurden, veröffentlicht.

Infos zu dem Prozess findet sich unter
parkbanksolidarity.blackblogs.org
parkbankprozess.blackblogs.org

Buch: Totale Befreiung

“Es scheint, jede Generation würde denken, ihre sei die außergewöhnlichste, doch unsere könnte die erste sein, bei der es sich als richtig erweist. Zu sagen, dass dieses Jahrhundert für unsere Spezies entscheidend ist, ist eigentlich eine Untertreibung: Wir haben es mit der bedeutendsten Krise zu tun, mit der das Leben im Allgemeinen konfrontiert wurde, selbst in­ mitten von Milliarden von Jahren der Evolution.”

Übersetzung: Die anhaltende Verweigerung des Paradies (Penelope Nin)

Es wird gemunkelt, dass wir (ein nicht genau definiertes “wir”, dessen mangelnde Definition den Gerüchten entgegenkommt) nichts mit dem Anarchismus zu tun haben und in Wirklichkeit Nihilist:innen sind, die sich verkleidet haben, um mit schlechten Absichten in das Heiligtum der Anarchie einzudringen. Es ist bekannt, dass jemand, der die Aufgabe übernimmt, den Tempel zu bewachen, am Ende überall Dieb:innen sieht. Vielleicht ist die Stunde gekommen, “unsere” besorgten Verleumder:innen zu beruhigen.

Broschüre: Feuer um Mitternacht, Zerstörung im Morgengrauen: Sabotage und Sozialer Krieg (Kasimere Bran)

Sabotage kann in allen Situationen, in jedem Terrain und von denen, die sie anwenden möchten, eingesetzt werden. Sie erfordert keine Spezialisierung oder Fähigkeiten, nur Initiative. Obwohl Nachrichten über Sabotage schwer zu finden sind, da sie von den Machthaber:innen verschleiert und negiert werden, gibt es einige bemerkenswerte Beispiele für ihren Einsatz, die wir untersuchen möchten. Diese Liste ist keineswegs vollständig, sondern eher eine Auswahl relevanter Beispiele.

Übersetzung: Namenlos – Eine egoistische Kritik der Identität (Wolfi Landstreicher)

Erst dann, wenn nichts von dir ausgesagt und du nur genannt wirst, wirst du anerkannt als du. Solange etwas von dir ausgesagt wird, wirst du nur als dieses Etwas (Mensch, Geist, Christ u.s.f.) anerkannt.

– Max Stirner (Parerga, Kritiken, Repliken, 1986)

Es ist amüsant, wie oft Menschen Identität mit Individualität verwechseln. Identität geht auf ein lateinisches Wort zurück, das “Gleichheit” bedeutet. Und Gleichheit impliziert die Existenz von etwas, mit dem ich gleich sein kann.